Was ist Wertanalyse und Wertpapierhandelsgesetz


Werbungskosten: alle Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen.
W. entstehen im Zusammenhang mit Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und sonstigen Einkünften (z.B. Renten), können unmittelbar vom Einkommen abgezogen werden und vermindern so das steuerpflichtige Einkommen.

Als W. anerkannt werden: 1. bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit(Löhne, Gehälter) z.B. Fahrkosten zur Arbeit, Fortbildungsaufwendungen, Aufwendungen für Berufskleidung und Bewerbungskosten. Das Finanzamt geht von einem Werbungskostenpauschbetrag von 920 € aus, der bereits in die Steuertabelle eingearbeitet ist und pauschal für jeden Arbeitnehmer gilt. Nur darüber hinausgehende W. wirken sich steuermindernd aus; 2. bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung alle mit dem Haus entstehenden Ausgaben, die zu einer Minderung der Mieteinnahmen führen; 3. bei Einkünften aus Kapitalvermögen ein I Sparerfreibetrag von pauschal 51 € bzw. gemäß dem Halbeinkünfteverfahren von 25,50 €; 4. Alle Aufwendungen, die beim Erwerb oder bei der Veräußerung von Wertpapieren entstehen.

Werkstoff: Sammelbezeichnung für alle Materialien mit technisch nutzbaren Eigenschaften. Bei der Produktion gehen W. entweder in das Produkt ein (Roh- und Hilfsstoffe wie Holz, Stahl, Farbe) oder sie werden bei der Produktion verbraucht(Betriebsstoffe).

Werkvertrag: Vertrag zwischen einem Unternehmen und einem Besteller, der den Unternehmer zur Herstellung eines Werks (z. B. Bau eines Hauses) und den Besteller zur Bezahlung des vereinbarten Preises verpflichtet. Auch ein anderer, durch Dienstleistung herbeizuführender Erfolg kann Gegenstand eines W. sein (z.B. Beförderung von Personen). Der Unternehmer ist verpflichtet, das Werk so herzustellen, dass es die zugesicherten Eigenschaften hat und nicht mit Fehlern behaftet ist, die den Wert oder die Tauglichkeit aufheben oder mindern. Ist das Werk nicht von dieser Beschaffenheit, kann der Besteller zunächst nur die Beseitigung des Mangels innerhalb einer angemessenen Frist verlangen (Nachbesserung). Kommt der Unternehmer bei der Mängelbeseitigung in Verzug, kann der Besteller den Mangel selbstbeseitigen und Ersatz für die erforderlichen Aufwendungen verlangen. Auch Wandlung oder Minderung (Sachmangel) sind nach Ablauf einer vom Besteller gesetzten Frist zur Beseitigung des Mangels möglich.

Die Vergütung ist bei der Abnahme des Werks durch den Besteller zu entrichten. Der Unternehmer hat für seine Forderungen aus dem W. ein gesetzliches Pfandrecht an den von ihm hergestellten oder ausgebesserten Sachen. Die Gewährleistungsansprüche des Bestellers verjähren in sechs Monaten, bei Arbeiten an einem Grundstück in einem Jahr, bei Bauwerken in fünf Jahren. Stellt das Unternehmen bei einem W. auch die Materialien, spricht man von einem Werklieferungsvertrag.

Wertanalyse: ein Verfahren zur Verbesserung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses in sämtlichen Betriebsbereichen. Bei der W. werden die betrieblichen Produkte, Leistungen und Abläufe im Hin- blick auf Haupt-, Neben- und unnötige Funktionen sowie unter Wert- und Kostengesichtspunkten untersucht. So können z. B. die Arbeitsabläufe und die Gemeinkosten analysierwerden, um Kosteneinsparungen zu erreichen. Wertaufholung: die Höherbewertung eines Wirtschaftsguts gegenüber dem Vorjahresansatz.

Wertpapier: Urkunde, die ein Vermögensrecht so verbrieft, dass es ohne die Urkunde weder geltend gemacht noch übertragen werden kann. Verlorene W. müssen daher in einem besonderen Verfahren (Aufgebotsverfahren) für kraftlos erklärt werden. Man unterscheidet:
■ nach der Art der Forderung: a) Geldpapiere, die eine Geldforderung oder einen in Geld bewerteten Anteil verbriefen (z.B. Scheck, Wechsel, Sparbuch, Anleihe, Aktie); b) Warenpapiere, die eine Warenforderung verbriefen (z.B. Lagerschein, Ladeschein, Konossement);
■ nach Art der Vertretbarkeit: a) nicht vertretbare Wertpapiere wie z.B. Scheck oder Wechsel; b) vertretbare Wertpapiere (Effekten), zu denen f Schuldverschreibungen, Investmentzertifikate (Investmentfonds) und Aktien zählen;
■ nach der Form der Übertragung des Eigentumsrechts: a) Inhaberpapiere, in denen der Eigentümer nichtnamentlich genannt wird, Eigentümer ist der jeweilige Inhaber des W.; b) Orderpapiere, die auf den Namen des Eigentümers lauten (z.B. Wechsel, Namensaktie); c) Rektapapiere, die auf den Namen einer bestimmten Person lauten, bei denen die Eigentumsübertragung nicht nur durch Einigung, sondern auch durch vertragliche Abtretung des Anspruchs erfolgen kann (z.B. Hypothekenbrief, vinkulierte Namensaktie). Meist sind mit W. nur die Effekten gemeint.

Wertpapierhandelsgesetz, WpHG: Kernstück des am 1.8. 1994 realisierten 2. Finanzmarktförderungsgesetzes zur Neuorganisation der Börsen- und Wertpapierhandelsaufsicht. Das W. regelt die Aufgaben zwischen den Börsenaufsichtsbehörden der Länder, den Handelsüberwachungsstellen der Börsen und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht(BaFin). Mit dem W. wurden die EG-Richtlinien gegen Insiderhandel in deutsches Recht umgesetzt.

Wertpapierpensionsgeschäft: Mittel der Geldpolitik, das von der Europäischen Zentralbank im Rahmen ihrer Offenmarktpolitik zur Beeinflussung der Geldmenge eingesetzt wird. Dabei nimmt die Zentralbank für kurze Fristfestverzinsliche Wertpapiere von Kreditinstituten gegen Zahlung eines Zinses (Pensionssatz, Mengentender) in Pension. Durch W. steuert die Zentralbank die Liquidität, da so dem Bankensystem und damit letztlich der Volkswirtschaft Geldmittel entzogen bzw. zugeführt werden. Der Pensionssatz hat Leitzinsfunktion.

Wertschöpfung: die Summe der Güter und Leistungen, die in einem bestimmten Zeitraum in den einzelnen Wirtschaftsbereichen einer Volkswirtschafhergestellt wurden. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird die W. als Bruttowertschöpfung aus den Bruttoproduktionswerten (hergestellte Gütermenge zu jeweiligen Marktpreisen) abzüglich der Vorleistungen der einzelnen Wirtschaftsbereiche berechnet. Die Bruttowertschöpfung ist Ausgangspunkt für die Entstehungsrechnung des Bruttoinlandsprodukts. Der ermittelte Anteil der einzelnen Wirtschaftsbereiche wird auch dazu verwendet, die Wirtschaftsstruktur eines Landes zu beschreiben.