Wirtschaftsgemeinschaft und die Wirtschaftsordnung


Wirtschaftsgemeinschaft: der Zusammenschluss mehrerer Staaten mit dem Ziel einer wirtschaftlichen Integration in Form von Freihandelszonen, Zollunionen, gemeinsamen Märkten, Wirtschaftsunionen oder Wirtschafts- und Währungsunionen bis hin zu einer politischen Union.

Wirtschaftsgut: allgemein gleichbedeutend mit Gut. Im Steuerrecht gelten selbstständig bewertbare Teile des Betriebsvermögens als W., z.B. Maschinen, Werkzeuge, Rechte oder andere wirtschaftliche Werte (geringwertiges Wirtschaftsgut, kurzlebiges Wirtschaftsgut).

Wirtschaftskreislauf: grundlegende Darstellungsform volkswirtschaftlicher Zusammenhänge in Form eines Kreislaufschemas. Der Begriff W. drückbereits aus, dass ein ständiger Austausch zwischen den Sektoren Unternehmen, private Haushalte, Staat und Ausland er- folgt. Im Modell des einfachen Wirtschaftskreislaufs (geschlossene Volkswirtschaft ohne staatliche Aktivität) produzieren Unternehmen Konsumgüter, die von privaten Haushalten gekauft werden. Die privaten Haushalte stellen den Unternehmen zugleich Arbeitsleistungen zur Verfügung. Diesen Güterströmen (Güterkreislauf) stehen Geldströme gegenüber. Private Haushalte müssen die von Unternehmen produzierten Konsumgüter bezahlen (Konsumausgaben), erhalten ihrerseits aber von den Unternehmen Einkommen als Löhne und Gehälter. Wird die Möglichkeit der Haushalte zur Bildung von Ersparnissen und die Möglichkeit der Unternehmen zu Investitionsausgaben einbezogen, muss berücksichtigt werden, dass die Haushalte nicht ihr gesamtes Einkommen für Konsumzwecke verwenden, sondern auch Ersparnisse bei Banken bilden. Die Ersparnisse setzen Mittel frei, die Unternehmen zur Finanzierung von Investitionen benötigen.

In diesem Modell wäre das Volkseinkommen somit die Summe aus privatem Verbrauch und Ersparnissen. Der private Verbrauch und die Bruttoinvestitionen der Unternehmen entsprechen hierbei dem Volkseinkommen und den Abschreibungen. Der beschriebene W. kann nun zur Darstellung der komplizierten volkswirtschaftlichen Abläufe Schritt für Schritt um die Sektoren Staa(erweiterter Wirtschaftskreislauf) und Ausland (Modell einer offenen Volkswirtschaft) erweitert werden. So entsteht ein Kreislaufschema, das stark vereinfacht die rechnerischen Ergebnisse der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung darstellt. – Vgl. Grafik.
Wirtschaftskriminalität: die Gesamtheit der Straftaten, die sich gegen die Wirtschafrichten. W. ist in der Bundesrepublik Deutschland sei1976 ein spezialgesetzlich geregelter Straftatbestand. In diesem Jahr trat das erste Gesetz zur Bekämpfung der W. in Kraft, das Strafvorschriften zum Kreditbetrug, zum Wucher und zum Konkursstrafrecht enthält. 1986 wurden Vorschriften gegen Computerbetrug und die Fälschung gespeicherter Daten eingeführt, 1993 Vor-schriften zur Verhinderung von Geldwäsche. Auch Kapitalanlagebetrug und die Veruntreuung von Löhnen und Gehältern sind mit Strafe bedroht.

Wirtschaftsordnung: die Summe der Rahmenbedingungen, die den organisatorischen Aufbau und den Ablauf aller wirtschaftlichen Tätigkeiten innerhalb eines Landes regeln. Im Hinblick auf die Abstimmung der wirtschaftlichen Aktivitäten unterscheidet man als Modelle die Marktwirtschaft einerseits sowie die Zentralverwaltungswirtschaft bzw. die Planwirtschafandererseits. Die rechtlichen Normen der W. werden auch als Wirtschaftsverfassung bezeichnet. Von der W. unterschieden wird der Begriff Wirtschaftssystem.

Wirtschaftspolitik: Bezeichnung für alle Maßnahmen, mit denen die Wirtschaftsordnung eine Landes sowie die wirtschaftlichen Abläufe und Strukturen beeinflusst und gestaltet werden sollen.
Es wird unterschieden in Ordnungs-, Ablaufs- (Prozess-) und Strukturpolitik, Nach den verschiedenen Politikbereichen unterscheidet man (miteilweise erheblichen Überschneidungen): Wettbewerbs-, Verbraucher-, Konjunktur-, Stabilitäts-, Geld-, Fiskal-, Einkommens- , Arbeitsmarkt-, Beschäftigungs-, Verteilungs-, Währungs-, Außenwirtschafts-, Entwicklungs-, Wachstums-, Regional-, Forschungs- und Technologiepolitik sowie sektorale Strukturpolitik (z.B Agrar-, Verkehrs-, Industrie-, Mittelstandspolitik). Auch bestehen enge Beziehungen zwischen W. und der Sozial-, Bildungs- und Umweltpolitik.

Richtet sich die W. auf die gesamte Volkswirtschaft, spricht man von allgemeiner Wirtschaftspolitik, während die spezielle Wirtschaftspolitik nur auf Teile der Volkswirtschaft gerichtet ist. W. dient der Verwirklichung wirtschaftspolitischer Ziele, wie sie v.a. das Stabilitätsgesetz vorgibt. Diese Ziele sollen durch den Einsatz direkter und in-direkter wirtschaftspolitischer Instrumente erreicht werden. So kann der Staat z.B. direkt über eine Steigerung seiner Ausgaben für öffentliche Investitionen die gesamtwirtschaftliche Lage beeinflussen oder er kann indirekt versuchen, das Verhalten der Marktteilnehmer zu beeinflussen (z. B. durch Anreize wie die Gewährung von Sparprämien). Träger der W. sind z.B. der Bund und die Länder, die Deutsche Bundesbank, Industrie- und Handelskammern, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, auf europäischer Ebene die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank. – Siehe auch angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, antizyklische Wirtschaftspolitik.

Wirtschaftsprüfer: öffentlich bestellte und vereidigte Person, deren Hauptaufgabe es ist, betriebswirtschaftliche Prüfungen, besonders der Jahresabschlüsse von Unternehmen, durchzuführen. W. haben das alleinige Recht, als Abschluss oder Bilanzprüfer die Jahresabschlüsse von mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften zu prüfen (externe Revision). Bei anderen Unternehmen kann die Prüfung auch von vereidigten Buchprüfern oder Buchprüfungsgesellschaften vorgenommen werden. Sind bei der Prüfung des Abschlusses keine Einwände zu erheben, wird dies durch den Bestätigungsvermerk dokumentiert. Für ihre Tätigkeit brauchen W. eine staatliche Zulassung.

Wirtschaftsrecht: Gesamtheit der Rechtsvorschriften zur Regelung der Rechtsbeziehungen der am Wirtschaftsleben beteiligten Organisationen und Personen. Während im liberalen Staat das Prinzip der Vertragsfreiheit bestimmend war, greift der heutige soziale Rechtsstaat in vielfältiger Weise ordnend und lenkend in das Wirtschaftsleben ein. Zum klassischen W. gehören das Vermögensrecht des BGB, das Handels-, Gesellschafts-, Wertpapier-, Börsen-, Versicherungsrecht, der gewerbliche Rechts-schutz und Teile des Verwaltungsrechts. Darüber hinaus umfasst das W. auch das Währungs-, Geld- und Münzwesen, das Steuerrecht, das Kartellrecht, das Kammerrecht(v.a. der Industrie- und Handwerkskammern) und das Recht der Wirtschaftsaufsicht. Zur sozialen Marktwirtschafgehören insbesondere das Individual- und Kollektivarbeitsrecht(z.B. Kündigungsschutz) sowie Regelungen zur Wirtschaftsförderung (z.B. Subventionierungen). Wesentlicher Bestandteil des W. ist das Haushaltsrecht des Bundes und der Länder. Das nationale W. wird vom Recht der EU überlagert.