Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftswunder

Wirtschaftswissenschaften: Wissenschaftsdisziplin, die sich mit Wesen, Ordnung, Aufbau, Ablauf und Ziel der Wirtschafbeschäftigt. Traditionell werden die W. je nach Untersuchungsgegenstand in die Hauptgebiete Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre sowie Finanzwissenschaft: unterteilt. Zu den W. zählen aber auch Statistik und Ökonometrie.

Wirtschaftswunder: Schlagwort für die rasche wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg bzw. nach der Währungsreform (1948). Das W. war v.a. in den 1950er-Jahren durch hohe Wachstumsraten des realen Sozialprodukts gekennzeichnet sowie durch wachsenden Wohlstand und Abbau der Arbeitslosigkeit. Der wirtschaftliche Aufstieg wurde u.a. durch US-amerikanische Hilfe im Rahmen des Europäischen Wiederaufbauprogramms (ERP-Sondervermögen) unterstützt. Als Vater des W. gilt der damalige Wirtschaftsminister LUDWIG ERHARD (* 1897 – 1977).

wissenschaftlicher Beirat: allgemein ein beratendes Gremium. W. B. wurden z.B. in verschiedenen Bundesministerien (Bundesministerium der Finanzen oder Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie u.a.) zum Zweck der wissenschaftlichen Politikberatung eingerichtet, um als unabhängige Kommissionen Gutachten zu wesentlichen Fragen der Wirtschaftspolitik zu erstellen. Ein besonderer w. B. ist der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Wohlfahrtsstaat: Sozialstaat. Wohlstandsgesellschaft: in den 1960er-Jahren entstandene Bezeichnung für eine Gesellschaft, die dem überwiegenden Teil der Bevölkerung die Befriedigung materieller Bedürfnisse wie über dem Existenzminimum sowie Vielen umfassenden Konsum (z.B. von Luxusgütern, Prestigekonsum) ermöglicht, während wirtschaftliche und soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Armut nur als Randphänomene in Erscheinung treten. W. sind u.a. durch einen hohen Industrialisierungsgrad, stetiges Wirtschaftswachstum und einen relativ hohen Beschäftigungsstand gekennzeichnet.

Wohngeld: staatlicher Zuschuss zu den Mietkosten, der zur Sicherung angemessenen und familiengerechten Wohnens gewährwird. Mieter, aber auch Eigentümer können W. erhalten, wenn das jährliche Familieneinkommen eine bestimmte Grenze nichtübersteigt bzw. die Höhe der Miete oder der zu tragenden Belastung ein bestimmtes, im Wohngeldgesetz festgelegtes Maß übersteigt. Die Förderung beginnt ab 10 €, eine konkrete Oberschwelle gibt es nicht. Eine fünfköpfige Familie, die das geringste Einkommen aufweist und in einer Stadt der höchsten Mietstufe leb(z.B. München) erhäl600€.

Wohnungseigentum: Sondereigentum an einer Wohnung (Eigentumswohnung), verbunden mit Miteigentumsanteil am Grundstück und an den gemeinsam benutzten Teilen des Gebäudes (Bruchteilseigentum). Das W. an nicht zu Wohnzwecken dienenden Teilen des Gebäudes (z.B. Büroräume) wird Teileigentum genannt. Gesetzliche Grundlage bildet das Wohnungseigentumsgesetz von 1951, wonach das W. rechtlich wie das Eigentum an Grundstücken behandelwird. Das W. wird meist durch Teilung des bisherigen Alleineigentums an dem Grundstück (Vorratsteilung) begründet oder durch notariellen Vertrag der Miteigentümer sowie durch Eintragung ins Grundbuch. W. ist i.d.R. frei veräußerlich und kann belastet oder vererbwerden.