Erfahren Sie mehr über Zinspolitik und Zinsrechnung


Zinselastizität(Zinselastizität der Geldnachfrage): Messziffer, die das Verhältnis zwischen einer relativen Änderung des Zinssatzes und der davon abhängigen relativen Änderung der Nachfrage nach Geld (Kredit) bezeichnet. Die theoretische Frage nach der Z. ist von großer praktischer Bedeutung für die Geldpolitik. So würde z.B. der Extremfall einer unendlichen Z. der Geldnachfrage bedeuten, dass geldpolitische Maßnahmen ohne Wirkung auf das Beschäftigungsvolumen blieben, also fiskalpolitische Maßnahmen vorzuziehen wären.

Zinsfestschreibung: Zeitraum, für den die Bank Konditionen garantier(Festzins). Der Darlehensnehmer kann dabei Z. bis zu 15 Jahren wählen. Die Z. hat gegenüber dem variablen Zins den Vorteil, dass der Darlehensnehmer seine Finanzielle Belastung langfristig sicher kalkulieren kann.

Zinskupon (Zinsschein): Nachweis über den Zinsertrag, der dem Inhaber eines festverzinslichen Wertpapiers regelmäßig auszuzahlen ist. Der Z. bei verzinslichen Wertpapieren entspricht den Dividendenscheinen bei Aktien.

Zinspolitik: Gesamtheit der Maßnahmen des Trägers der Geldpolitik (i. d. R. die Zentralbank) zur direkten Beeinflussung von Höhe und Struktur der Zinssätze. Zinsen stellen für Kreditnehmer Kosten dar. Über die Veränderung von Zinssätzen, die zwischen Zentralbank und Geschäftsbanken berechnet werden (Leitzinssätze) kann die Zentralbank die Nachfrage nach Investitionskrediten der Unternehmen oder Konsumkrediten der Haushalte sowie die Nachfrage des Staates beeinflussen. Erhöht die Zentralbank z.B. die Zinsen (restriktive Zinspolitik), um im konjunkturellen Hoch Preissteigerungen zu verringern, werden die Geschäftsbanken die Zinsen, die sie ihren Kunden in Rechnung stellen, ebenfalls erhöhen. Die höheren Kosten für eine Kreditaufnahme bewirken eine geringere Nachfrage nach Krediten und somit eine geringere Geldnachfrage, wodurch sich das Preisniveau stabilisiert. Zinssenkungen (expansive Zinspolitik) haben die gegenteilige Wirkung. Leitzinsen der Europäischen Zentralbank sind die Zinssätze von Hauptrefinanzierungsgeschäften und von längerfristigen Refinanzierungsgeschäften. Als Obergrenze für die Geldmarktzinsen gilt der Zins für die Spitzenrefinanzierungsfazilität, als Untergrenze jener für Einlagefazilität.

Zinsrechnung: Verfahren für die Berechnung von Zinsen. Die Höhe der Zinsen richtet sich nach dem Kapital K, dem Zinssatz p (i. d. R. pro Jahr) und der Zeitdauer t. In der Z. wird das Jahr i üblicherweise mi360 Tagen (Zinstage), der Monami30 Tagen angenommen. Die Zinsen Z berechnen sich für i Jahre nach der Formel:

Sind Zinsen auf verschieden hohe Kapitalerträge zu berechnen, so werden bei gleichem Zinssatz Zinszahlen angewendet. Steht ein Kapital K etwa Tage zu p % auf Zinsen, so wird die Größe K-1/100 als Zinszahl und 360/p als Zinsdivisor bezeichnet. Demnach berechnen sich die Zinsen gemäß


= (Zinszahl dividiert durch Zinsdivisor). Für den Abrechnungszeitraum addiert man die auf ganze Zahlen gerundeten Zinszahlen und dividiert das Ergebnis durch den Zinsdivisor.