Wie funktioniert die Zinsspanne und Zinsstruktur – Zivilrecht Zoll und Zollgebiet


Zinsspanne (Zinsmarge): in der Bankkalkulation die Differenz aus durchschnittlichem Sollzins im Aktivgeschäft: (z.B. Kreditzins) und durchschnittlichem Habenzins im Passivgeschäft(z.B. Einlagenzins), auch Bruttozinsspanne. Die Z. gibt den Überschuss aus Zinserträgen über die Zinsaufwendungen an.

Zinsstruktur: Verhältnis der auf den verschiedenen Märkten (Geld-, Kredit- und Kapitalmarkt) einer Volkswirtschaft zu einem bestimmten Zeitpunkgeltenden Zinssätze zueinander. Die Zinssätze auf den Märkten können sich unter Umständen erheblich voneinander unterscheiden. Die Ursache für unterschiedliche Zinssätze liegt in der Differenzierung der Bonität, Fristigkeit und Währung der Kapitalanlagen durch die Investoren. I.d. R. ist der Zins auf dem Geldmarkniedriger als der Zins auf dem Kapitalmarkt, im umgekehrten Fall spricht man von inverser Z. (Zinsinversion).

Zinstender: Ausschreibungsverfahren für den Verkauf von Wertpapieren, das von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen ihrer Offenmarktpolitik z.B. bei längerfristigen Refinanzierungsgeschäften angewandt wird. Beim Z. geben die Kreditinstitute den Zinssatz an, zu dem sie eine bestimmte Menge Wertpapiere an die EZB abgeben wollen. Die EZB überlässt also die Zinsfindung dem Markt, im Gegensatz zum Mengentender.

Zivilrecht(Privatrecht): Rechtsgebiet, das die Beziehungen der Bürger als Privatpersonen und der privatrechtlichen Verbände und Gesellschaften untereinander regelt, im Unterschied zum öffentlichen Recht. Hauptgebiete sind bürgerliches Rech(geregelt im Bürgerlichen Gesetzbuch), das für Kaufleute geltende Handelsrecht(geregelt im Handelsgesetzbuch), Teile des f Arbeitsrechts und das Urheberrecht; Nebengebiete sind z.B. Aktien-, Wertpapier-, Wechsel- und Scheckrecht. Wesentliches Merkmal des Z. ist die Privatautonomie, die dem Einzelnen die Möglichkeit gibt, seine Rechtsverhältnisse durch Rechtsgeschäfte nach eigenem Willen zu gestalten (Vertragsfreiheit). Die Unterscheidung zwischen Z. und öffentlichem Recht ist im Streitfall bedeutsam für die Gerichtszuständigkeit. Für zivilrechtliche Streitigkeiten ist i. d. R. die Zivilgerichtsbarkeit(ordentliche Gerichte) zuständig.

Zoll

Zoll; Abgabe, die auf eine Ware beim Übergang über die Zollgrenze eines Landes oder eines Zollgebiets zu entrichten ist. Im Allgemeinen wird nur die Wareneinfuhr mit Z. beleg(Einfuhrzoll). Die Bedeutung der Z. besteht v. a. in der Geldbeschaffung für den Staa(Finanzzölle) sowie in der Beeinflussung der Wirtschaftsstruktur durch Schutz der inländischen Anbieter vor der Auslandskonkurrenz (Schutzzölle). Z. muss entweder als Mengenzoll (spezifischer Z.) nach Stückzahl, Gewicht, Länge oder als Wertzoll auf den Handelswert einer Ware geleistet werden.

Das deutsche Zollrecht wurde vom Zollrecht der EU weitgehend verdrängt. Dieses wurde zum 1.1. 1994 im Zollkodex der EU zusammengefasst und gilt für den Warenverkehr mit Drittländern. Zölle sind Handelshemmnisse; ihren Abbau strebt z.B. der WTO an.

Zollgebiet: das von der Zollgrenze umschlossene Hoheitsgebiet. Es wird vom Zollinland (das Hoheitsgebiet im engeren Sinne) und von den Zollanschlüssen (ausländische Staatsgebiete, die Teil eines inländischen Wirtschaftsgebietes sind) gebildet. Nicht zum Z. gehören die Zollausschlüsse (im Hoheitsgebiet liegende Gebiete, die keinem anderem Z. angeschlossen sind) und die Zollfreigebiete (Teile eines Hoheitsgebietes, in denen keine Zolltarife angewendet werden, z.B. Freihäfen). Zollausland sind alle Gebiete, die nicht zum Z. und zu den Zollfreigebieten gehören. Das Z. der EU regelt der Zollkodex vom 1.1. 1994.