Was sind Zuschlagskalkulationen und Zwangsversteigerungen?

Zuschlagskalkulation: Kalkulations verfahren der Industriekalkulation, bei dem die Einzelkosten dem Erzeugnis direkt zugerechnet werden können. Gleichzeitig werden die Gemeinkosten mithilfe von Zuschlagssätzen, die im Betriebsabrechnungsbogen (Betriebs-abrechnung) ermittelt wurden, auf die jeweiligen Zuschlagsgrundlagen aufgeschlagen.

Zwangsversteigerung: durch gerichtlichen Versteigerungsbeschluss angeordnete Verwertung einer Sache, deren Erlös zur Befriedigung des Gläubigers dient. Die Z. muss vom Gläubiger bei Gerichtbeantragt werden.
Man unterscheidet: 1. Z. beweglicher Sachen, die durch den Gerichtsvollzieher
der Gemeinde erfolgt, in der die Sache gepfändet wurde. Ort, Zeit und Gegenstand der Z. sind öffentlich bekannt zu machen. Den Erlös hat der Gerichtsvollzieher an den Gläubiger abzuliefern, soweit dies zu dessen Befriedigung notwendig ist; 2. Z. zur Aufhebung einer Gemeinschaft, die der Auseinandersetzung und Teilung des gemeinsamen Eigentums (z.B. einer Erbengemeinschaft) dient; 3. Z. als gebräuchlichste Form der Zwangsvollstreckung unbeweglichen Vermögens, bei der die Gläubiger durch den Erlös des versteigerten Grundstücks befriedigt werden.

Zwangsvollstreckung: Verfahren zur Durchsetzung und Sicherung von Ansprüchen durch staatliche Zwangsmaßnahmen im Auftrag des Berechtigten. Neben der Verwaltungszwangsvollstreckung ist besonders die gerichtliche Zwangsvollstreckung von Bedeutung. Die gerichtliche Z. wird größtenteils durch die Zivilprozessordnung geregelt und dient der Verwirklichung von Ansprüchen, deren Rechtmäßigkeit in einem zivilen Erkenntnisverfahren (z.B. Prozess) bestätigwurde. Sie wird durch den Gerichtsvollzieher oder durch das Amtsgerichts als Vollstreckungsgericht betrieben. Voraussetzung ist ein vollstreckbarer Titel (Urteil, Vollstreckungsbescheid, vollstreckbare Urkunde) sowie die Vollstreckungsklausel (Erklärung über die Erteilung der Z.).

Z. beweglichen Vermögens erfolgt durch Pfändung und Verwertung des Pfandstücks (z.B. Geld, Wertpapiere). Bei der Pfändung von Geldforderungen wird dem Drittschuldner durch den Pfändungs- und Überweisungsbeschluss verboten, an den Schuldner zu bezahlen, und der Drittschuldner wird vom Gericht aufgefordert, das Geld an den Gläubiger zu überweisen. Dem Schuldner wird verboten, die Forderung einzuziehen. Bei einer Hypothekenforderung muss der Hypothekenbrief dem Gläubiger übergeben oder bei einer Buchhypothek die Pfändung im Grundbuch eingetragen werden. Die Pfändung von Miet-, Pachtzins und Arbeitseinkommen sind nur in einem bestimmten Rahmen möglich (Lohnpfändung).

Z. in das unbewegliche Vermögen (d.h. in ein Grundstück) kann auf folgende Weise vorgenommen werden: a) Eintragung einer Sicherungshypothek in das Grundbuch; b) Zwangsversteigerung des Grundstücks, bei der der Gläubiger aus dem Erlös befriedigt wird; c) Zwangsverwaltung, bei welcher der Grundeigentümer sein Eigentumsrecht behält, während ihm zugleich die Verfügungsmacht so lange entzogen wird, bis der Gläubiger befriedigt ist. Das Gericht bestellt in diesem Fall einen Verwalter, der aus den Erträgen die Kosten bestreitet und einen Überschuss an die Gläubiger abführt.

Zwangsvollstreckung und zweiter Arbeitsmarkt
Zwangsvollstreckung: Bei der Pfändung, der Zwangsvollstreckung beweglichen Vermögens, markiert der Gerichtsvollzieher die gepfändeten Gegenstände mit einem Pfandsiegel (dem Kuckuck),

zweiter Arbeitsmarkt: nichtamtliche Bezeichnung für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen (Arbeitsbeschaftungmaßnahmen, Lohnkostenzuschüsse u. a.), mit denen v. a. Langzeitarbeitslose in das Erwerbsleben integrierwerden sollen. Dem z. A. hegt die Idee zugrunde, staatliche Mittel nicht für die Finanzierung von Arbeitslosigkeit, sondern für produktive Beschäftigung einzusetzen und den Arbeitslosen den späteren Übergang in den ersten, den normalen Arbeitsmarkt zu erleichtern.